· 

13 Ver­si­che­rungs­my­then genauer betrachtet

Fake oder Fakt, Versicherungsaussagen genauer betrachtet

Fake oder Fakt, richtig oder nicht?

Wir haben 13 häufige Aussagen über Leistungsinhalte von Versicherungen auf ihre Richtigkeit gecheckt.


1. „Nach einem Unfall wird die Kfz-Versicherung auf jeden Fall teurer"

Das muss nicht unbedingt sein. Viele Versicherer bieten zum Beispiel einen sogenannten Rabattschutz an. Er sorgt dafür, dass die einmal erreichte Schadenfreiheitsklasse auch nach einem Schadenfall erhalten bleibt. Im Regelfall ist ein Schaden pro Jahr abgedeckt, manche Versicherer bieten den Rabattschutz sogar für mehrere Schadenfälle im Jahr an.

Eine weitere Möglichkeit ist, einen Schaden komplett aus eigener Tasche zu begleichen beziehungsweise von der Versicherung zurückzukaufen. So wird eine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse verhindert. Das geht nicht nur in der Kasko-, sondern auch in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Mehr zur Kfz- Versicherung.

2. „Die Wohngebäude- und oder Hausratversicherung schützen bei jedem Unwetter“

Das ist absolut nicht richtig. Standardmäßig decken Wohngebäude- oder Hausratversicherungen Schäden durch Blitz, Hagel, Sturm oder Feuer ab. Für sogenannte Elementarrisiken – dazu gehören etwa Starkregen, Hochwasser, Erdsenkung oder Erdrutsch – braucht es als Ergänzung den erweiterten Naturgefahrenschutz – auch Elementarschutz genannt. Nur mit diesem Baustein ist das Haus rundum geschützt. Nur mit dem Elementarbaustein ist ihr Haus/ Wohnung richtig geschützt.

3. „Egal wo immer ich verunglücke: Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt“

Nicht richtig! Die Gesetzliche Unfallversicherung deckt ausschließlich nur Unfälle ab, die entweder während der Arbeit passiert sind oder auf dem direkten Weg zum oder vom Arbeitsort. Sämtliche privaten Unfälle, etwa beim Freizeitsport oder im Haushalt, sind nicht mitversichert. Für solche Fälle gibt es die private Unfallversicherung.


Unser Tipp: Bleibe zum Thema "Versicherungen" immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!


4. „Wenn mein Hund meine Möbel zerstört, zahlt die Hundehalterhaftpflichtversicherung“

Falsch. Die Hundehalterhaftpflichtversicherung trägt die Kosten für alle Schäden, die der Hund anderen zugefügt hat. Vergleichbar einer privaten Haftpflichtversicherung kommt auch die Hunde-Haftpflicht nicht für die eigenen Schäden auf. Das gilt, wenn etwa Familienmitglieder vom eigenen Hund verletzt werden. Rechtlich gesehen gelten sie nicht als Dritte, sondern werden wie der Halter behandelt.

5. „Doppelte Versicherung ist gleich doppelter Schutz“

Es gibt Versicherungen, da ist es sinnvoll und möglich mehrere zu haben, wie z.B. Lebens- oder Renten-versicherungen. Im Leistungsfall bekommen Versicherte entsprechend mehr Geld. Bei vielen Schaden-versicherungen wie der Hausrat-, Wohngebäude- oder Haftpflichtversicherung bedeuten doppelte Versicherungen hingegen nicht doppelten Schutz. Bei ihnen ist die Leistung des Versicherers auf den tatsächlichen Schaden begrenzt, und mehrfach abrechnen ist nicht möglich, sogar verboten. Im Schadenfall kann die Abwicklung bei mehreren Verträgen sogar schwierig werden. Denn den entstanden Schaden müssen sich die beiden Versicherer grundsätzlich teilen. Insofern empfiehlt sich ein regelmäßiger Versicherungscheck durch einen unabhängigen Versicherungsfachmann-/ frau.

6. „Wer die Haustür nicht abschließt, ist bei einem Einbruch nicht versichert“

Es kommt jeweils auf den konkreten Einzelfall an. Hat die nicht abgeschlossene Tür tatsächlich dazu geführt, dass der Einbruch stattfinden konnte, weil dadurch die Arbeit des Einbrechers erheblich erleichtert wurde, kann der Versicherer unter Umständen die Leistungen kürzen. Unabhängig von der Versicherungsleistung zahlt es sich aber immer aus, es Einbrechern so schwer wie möglich zu machen – sei es durch Abschließen oder durch einbruchhemmende Türen und Fenster.

 7. „Je teurer das Auto, desto teurer der  Kfz-Beitrag“

Ja und nein. Es muss zuerst einmal zwischen der Kasko- und der Kfz-Haftpflichtversicherung unterschieden werden. Da die Haftpflichtversicherung nur Schäden des Unfallgegners übernimmt, hat der Kaufpreis des versicherten Fahrzeugs keinen Einfluss auf die Prämie. Entscheidend ist hier, wie oft das Modell Unfälle verschuldet und wie hoch die durchschnittlichen (Fremd-)Schäden sind. Diese Unfallbilanz spiegelt sich in der Typklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung wider.

Bei der Kaskoversicherung, für die es eine eigene Typklasse gibt, geht es hingegen nicht um Fremdschäden, sondern um Schäden am versicherten Fahrzeug. Hier beeinflusst der Wert durchaus den Versicherungsbeitrag. Tendenziell gilt: Je teurer das Auto, desto höher die Prämie. Schließlich macht es für einen Versicherer einen Unterschied, ob er für die Reparatur einer Luxuslimousine oder eines Kleinwagens aufkommen muss. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt immer wieder Automodelle, die im Vergleich mit Autos der gleichen Fahrzeug- und Preisklasse besonders günstig oder teuer in der Kaskoversicherung sind. Aus diesem Grunde lohnen unabhängige Kfz- Versicherungsvergleiche.

8. „Wer auffährt, hat Schuld“

Manchmal nicht richtig. Wer auffährt, hat in der Regel Verkehrsregeln missachtet und muss seine Kfz-Haftpflichtversicherung in Anspruch nehmen, die die Schäden des Unfallgegners übernimmt. Aber es kann in einigen Fällen auch sein, dass den Vorausfahrenden eine Mitschuld trifft, wenn dieser zum Beispiel trotz grüner Ampel eine Vollbremsung einlegt oder abrupt vor einem Blitzer abbremst. Dann muss der Fahrer damit rechnen, nicht den vollen Schaden von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Auffahrenden ersetzt zu bekommen.

9. „Wer im Winter mit Sommerreifen fährt, gefährdet seinen Versicherungsschutz“

Im Wesentlichen ist das so. In Deutschland gilt eine „situative Winterreifenpflicht“. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen unter anderem Winterreifen aufgezogen werden. Wenn der Autofahrer vor oder während der Fahrt hätte erkennen müssen, dass Sommerreifen angesichts der Straßenverhältnisse völlig ungeeignet sind, muss er nach einem Unfall unter Umständen damit rechnen, dass die Vollkaskoversicherung die Leistung anteilig kürzt. Unabhängig von Sommer- oder Winterreifen übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden des Unfallopfers.

10. „Wer im Büro arbeitet, kann unmöglich berufsunfähig werden“

Das ist logischerweise nicht richtig. Die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burnout, whrscheinlich bedingt durch unsere heutigen Arbeits- und Lebensweisen. Durchschnittlich wird jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seines Erwerbslebens berufsunfähig.

11. „Wer über eine rote Ampel fährt und einen Unfall verursacht, hat keinen Versicherungsschutz“

Das stimmt nicht ganz. Die Unfallopfer werden von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers entschädigt, auch wenn dieser über die rote Ampel gefahren ist. Die Vollkaskoversicherung, die Schäden am Fahrzeug des Unfallverursachers abdeckt, kann ihre Leistung aber unter Umständen kürzen. Häufig ist der Schaden beim Überfahren einer roten Ampel nämlich grob fahrlässig herbeigeführt. Hier kommt es immer auf den jeweiligen Einzelfall an.

12. „Versicherungen ersetzen immer den Neuwert“

Mal ja, mal nein – je nach Versicherungspolice. Bei der Haftpflichtversicherung zum Beispiel bemisst sich die Leistung nach dem Wert, den der Gegenstand vor dem Schaden hatte (Zeitwert). Die Kfz-Haftpflichtversicherung ersetzt im Falle eines Totalschadens den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs. Der Wiederbeschaffungswert ist hier der Händlerverkaufspreis: Was würde ein Fahrzeug gleichen Alters und gleicher Bauart jetzt beim Händler kosten? Gleiches gilt für die Kaskoversicherung. Es ist jedoch möglich, Neuwagen für 12 - 24 Monate nach dem Kauf zum Neuwert zu versichern. In der Wohngebäudeversicherung wird üblicherweise der gleitende Neuwert versichert. Das ist der Wert, der aufzuwenden wäre, um ein Haus nach den heute geltenden Vorschriften wiederherzustellen. In der Hausratversicherung wird der Wiederbeschaffungswert zum Neupreis versichert, wenn die Sachen nicht repariert werden können oder die Reparatur teurer wäre.

13. „Die private Haftpflichtversicherung zahlt bei allen Schäden“

Natürlich nicht richtig! Die Privathaftpflichtversicherung versichert das finanzielle Risiko, das nach einem Schaden auf den Verursacher zukommen kann. Versicherungsnehmer erhalten jedoch keine Leistung für Schäden, die sie selbst erleiden oder die sie sich gegenseitig zufügen. Vom Schutz der Haftpflichtversicherung beispielsweise ausgeschlossen sind Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt wurden, Geldstrafen und Bußgelder und von Hunden oder Pferden verursachte Schäden. Dafür muss eine spezielle Hundehaftpflichtversicherung, bzw. Pferdehaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.


Hat Dir der Beitrag gefallen? Bitte bewerte uns!


Ein Kommentar von Dir zum Blogbeitrag hilft anderen Lesern und uns. Schreibe einfach, ob Du schon mal gute oder auch schlechte Erfahrungen mit einer Versicherung hattest.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0