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Unfallfrei heimwerken – So gehts

Unfallfrei heimwerken, so gehts

Es scheint unmöglich - bis du es machst – nach diesem Motto eines bekannten Baumarktes greifen derzeit zahlreiche Hobby-Handwerker zum Werkzeug! Denn viele Menschen nutzen die gewonnene Zeit in der Pandemie um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, sei es im Haus oder auch im Garten.

Man sollte meinen: Das eigene zu Hause ist der sicherste Ort der Welt. Da kennst du und deine Familie sich aus und alles ist sicher und vertraut. Doch ein Blick auf die Unfallstatistiken zeigt deutlich, wie gefährlich das eigene Zuhause ist. Nirgendwo passieren so viele Unfälle wie im Haushalt. Viele enden sogar tödlich. Hier der Vergleich: Bei Unfällen im Straßenverkehr sterben jährlich ungefähr 3.500 Menschen – im Haushalt verlieren dagegen jährlich etwa 8.000 Menschen ihr Leben. Laut Robert-Koch-Institut erleiden 2,8 Millionen Bundesbürger im Jahr einen Unfall im Haushalt.

Damit dein eigenes Projekt einen sicheren Abschluss findet, reichen schon einfache Maßnahmen. Wir zeigen dir, welche das sind!


Werkeln nach Plan

Das Wohnzimmer soll neu gestrichen werden. Die Motivation ist groß und das Heimwerkerprojekt wird spontan in Angriff genommen. Doch schnell steht fest: Die Umsetzung gestaltet sich schwieriger als gedacht. Der anfängliche Enthusiasmus sowie die Konzentration nehmen ab und der zeitliche Rahmen wird immer kleiner:

Eine große Gefahrenquelle für Heimwerkerunfälle!

Sinnvoll sind daher vorherige Überlegungen zu den benötigten Werkzeugen und zum Ablauf. Die Vorbereitung kann wie folgt aussehen:

  1. Material berechnen und einkaufen bzw. prüfen, ob das Material zu Hause vorhanden ist.
  2. Befindet sich alles in einem einwandfreien Zustand?
  3. Wie lange dauert jeder Arbeitsschritt ca.? Dauer notieren und unbedingt Zeitpuffer und Pausen einplanen! Beim Streichen des Wohnzimmers sollte beispielsweise die benötigte Zeit für das Ein- und Ausräumen der Möbel berücksichtigt werden.
  4. Zusammen schafft man mehr: An welcher Stelle ist Unterstützung sinnvoll?

Auch bei dem besten (Hobby-) Heimwerker und der besten (Hobby-) Heimwerkerin geht mal etwas schief. So landen schon mal fliegende Holzspäne im Auge, beim Streichen rutscht die Leiter weg oder die Fingerkuppen kommen in die Kreissäge! Die typischen Folgen sind hier Stürze, Quetschungen oder auch Schnittwunden.

 

Achtung: Bei Heimwerker-Unfällen übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten nicht!

 

Solltest du also regelmäßig zu Hause handwerklich tätig werden, empfehlen wir eine unabhängige Beratung über die Notwendikeit einer privaten Unfallversicherung. Zu den Leistungen gehören u.a. bei dauerhaften Beeinträchtigungen eine Unfallrente/Kapitalleistung oder auch Tagegelder für den Genesungsprozess.


Voraussetzungen für ein gelungenes Heimwerker- Projekt: Gutes Werkzeug

So erkennst du gutes Werkzeug:

  • Gutes Werkzeug trägt dauerhaft den Namen/Kürzel des Herstellers (gestanzt oder aufgedruckt) – so ist eine Reklamation selbst nach Jahren noch möglich.
  • „Wer billig kauft, kauft zweimal“: Qualitativ gutes Werkzeug hat seinen Preis. Der Kauf in einem Fachgeschäft und die dazugehörige Beratung zahlen sich in den meisten Fällen aus.
  • Achtung vor Produkt-Piraterie und Plagiaten! Plagiate erkennt man meist am zu niedrigeren Preis und kleinen Abweichungen vom Original. Weitere Informationen gibt es hier: http://www.produktpiraterie.org/
  • Testergebnisse bieten eine gute erste Orientierung, z.B. unter https://www.test.de/

Als „Ab-und-zu-Heimwerker“ leihst du dir das Werkzeug am besten vom Nachbarn oder auch von einem guten Freund aus? Doch was tun, wenn der geliehene Gegenstand beim Einsatz beschädigt wird?

Praktisch: Eine gute Privathaftpflichtversicherung ersetzt dir hier in vielen Fällen den Schaden!

 

Die richtige Aufbewahrung

Die Suche nach dem richtigen Werkzeug führt unter Umständen schon mal zu einem Unfall. Denn wer dabei im Werkzeug-Chaos wühlen muss, kann sich beispielsweise leicht schneiden oder auch ratschen.

Daher unser Tipp: Werkzeugtafeln, auf denen die Umrisse der Werkzeuge zu erkennen sind und diese somit ganz einfach platziert werden können.

Besonders die Verwahrung von spitzen oder scharfen Gegenständen ist sehr wichtig. Hier sollten die vorhandenen Schutzkappen, Futterale oder auch Schutzhüllen verwenden werden. Auch bei kurzen Arbeitsunterbrechungen 😊

 

Und nicht vergessen: Die Zange ist kein Hammer und die Feile kein Brecheisen! Alle Werkzeuge sollten ausschließlich sachgerecht verwendet werden.

Arbeitskleidung - Nicht nur für Profis

Die „persönliche Schutzausrüstung“ (PSA) besteht aus Schutzbrille, Schutzhandschuhen, Atemschutz und Gehörschutz. Produkte mit dem PSA-Siegel dürfen nur verkauft werden, wenn sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Achte beim Kauf immer auf das CE-Zeichen.

 

Die Schutzausrüstung ist für eine Vielzahl an Tätigkeiten im gewerblichen, öffentlichen sowie landwirtschaftlichen Bereich fest vorgeschrieben. Auch beim Heimwerken sollte die Schutzausrüstung zum Schutz der eigenen Gesundheit getragen werden!

 

Schutzbrillen

Der Gebrauch von Schutzbrillen ist bei der Arbeit mit Kreissäge oder Winkelschleifer unverzichtbar! Ein Funkenflug oder umherfliegende Holzteichen können das Auge schnell gefährlich verletzen. Hier sind Korb-Schutzbrillen zu empfehlen. Diese sollten bei allen Arbeiten über Kopf genutzt werden, denn selbst bei einfachen Deckenverkleidungen fallen Staub- oder Holzteile leicht ins Gesicht.

 

Schutzhandschuhe

Guter Sitz ist hier das A&O! Außerdem müssen Schutzhandschuhe einen sicheren Griff ermöglichen. Die Suche nach dem perfekten Schutzhandschuh gestaltet sich nicht selten als schwierig. Eine Hilfestellung bieten Kennzeichen (zeigen den Schutz gegenüber Belastungen an), die sich auf Bund, Rücken oder Stulpen des Handschuhs befinden. Ein Hammersymbol findet man vor, wenn die Handschuhe vor mechanischen Belastungen schützen. Folgende Codes sind dabei zu berücksichtigen: Abriebfestigkeit (0-4)/Schnittfestigkeit (0-5)/Weiterreißfestigkeit/(0-4)/Stichfestigkeit (0 – 4). Der Wert Null bietet den geringsten Schutz.

Hinweis: Bei dem altbewährten Lederhandschuh sollte auf eine chromat- und allergenfreie Herstellung geachtet werden. So genannte „Gummihandschuhe” halten nur schwach aggressive Reinigungsmittel ab, z.B. Spül- oder Waschmittel.

 

Atemschutz

Sobald feiner Staub entsteht, z.B. bei der Arbeit mit der Kreissäge oder auch beim Abschleifen von Farb- oder Lackresten, sollte eine Atemschutzmaske getragen werden. Die am häufigsten verwendeten Einweg-Atemschutzmasken schützen außerdem vor festen und wässrigen Aerosolen, beispielsweise feinen Nebel, der beim Sprühen von Lacken entsteht. Vollen Schutz bieten die Einweg-Atemschutzmasken nicht, denn es gibt Leckagen am Übergang zum Gesicht und am Ventil sowie durch das Filtermaterial selbst.

 

Gehörschutz

Ab einem Schallpegel von 85 Dezibel (dB) wird das Tragen eines Gehörschutzes empfohlen. Das trifft bei Kreissägen und Winkelschleifmaschinen (ca. 100 dB) sowie bei Motorkettensägen (ca. 110 dB) zu. Erhältlich ist der Gehörschutz entweder als Kapselgehörschützer oder als Gehörschutzstöpsel.

 

Weiterführende Informationen erhältst du in der Broschüre „Unfallfrei heimwerken. Sicher basteln“ der Aktion DAS SICHERE HAUS. Über den Button unter diesem Beitrag kannst du den Download kostenlos durchführen.


Download
Lade dir kostenlos die informative Heimwerker Broschüre herunter.
Broschuere unfallfrei heimwerken.pdf
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Mit diesen Tipps bist du beim Heimwerken gut abgesichert und dem neuesten Projekt steht nichts mehr im Wege. Denn schließlich gilt auch hier: “Safety First!”


Hat dir unser Beitrag gefallen oder ist dir beim Heimwerken schon mal etwas passiert? Ist dir ein Projekt super gelungen oder misslungen? Wir und unsere Leser freuen uns auf dein Kommentar.

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