Wasserschaden: Gebäudeversicherung – Versichert oder nicht versichert?

Die Schadensart, die in der Wohngebäudeversicherung am häufigsten vorkommt, ist der Leitungswasserschaden. Bei diesen Schäden ist es für einen umfangreichen Versicherungsschutz von großer Bedeutung zu überprüfen, welche Schadenfälle von der Versicherung abgedeckt sind. Dabei ist zu beachten, dass nicht jeder von Wasser verursachte Schaden auch gleich ein Leitungswasserschaden ist. Somit ist es möglich, dass bestimmte Schäden nicht mitversichert sind.


Inhaltsverzeichnis

1. Wann ist ein von Wasser verursachter Schaden ein Leitungswasserschaden?

2. Warum solltest du umfangreich gegen Wasserschäden versichert sein?

3. Welche Schäden sind meist nicht als Leitungswasserschäden versichert?

4. Wie vermeidest du hohe Kosten durch Wasserschäden?

5. Warum werden Wohngebäudeversicherungen teurer?


Wann ist ein von Wasser verursachter Schaden ein Leitungswasserschaden?

Generell müssen unterschiedliche Bedingungen erfüllt sein, damit ein Schaden als Leitungswasserschaden eingeordnet wird. Ein hauptsächliches Merkmal für einen Leitungswasserschaden ist, dass der Schaden durch bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser verursacht wird. Das bedeutet, dass das Wasser an einer Stelle austritt, an der es nicht austreten sollte. Dies wäre zum Beispiel bei einem defekten Wasserleitungsrohr der Fall. Insgesamt wird speziell eingegrenzt an welchen Stellen das Wasser austritt, um dem Kriterium des bestimmungswidrigen Wasseraustritt gerecht zu werden. Den Bedingungen zufolge muss das Wasser …

  • aus Rohren der Wasserversorgung (Zu- und Ableitungen),
  • damit verbundenen Schläuchen,
  • den mit dem Rohrsystem verbundenen sonstigen Einrichtungen oder deren wasserführenden Teilen,
  • aus Einrichtungen der Warmwasser- oder Dampfheizung,
  • aus Klima-, Wärmepumpen oder Solarheizungsanlagen,
  • aus Wasserlösch- und Berieselungsanlagen,
  • aus Wasserbetten und Aquarien

ausgetreten sein, damit resultierende Schäden als Leitungswasserschäden abgedeckt werden.

Warum solltest du umfangreich gegen Wasserschäden versichert sein?

Wasserschäden sind gerade wegen der Kostenhöhe, sowie der Häufigkeit, eine Schadensart, bei der ein umfangreicher Versicherungsschutz unerlässlich ist. Meist sind Wasserschäden, die nicht direkt entsprechend der Versicherungsbedingungen den Leitungswasserschäden zugerechnet werden, in sogenannten günstigen Wohngebäudeversicherungen nicht versichert. Die große Gefahr bei Wasserschäden ist, dass diese zum Teil erst spät entdeckt werden. Somit kann es passieren, dass das Wasser in den Untergrund zieht und zu weitreichenderen Schäden führt. Schon geringe Mengen Wasser können von der Bausubstanz aufgenommen werden und führen somit nach und nach zu größeren Schäden. Feuchtigkeit in Wänden, sowie der Zwischendecke kann im schlimmsten Fall zu Schimmelbefall führen. Bei solchen Schäden reicht somit nicht die einfache Behebung der Schadensursache. Viel mehr ist es notwendig auch die Folgeschäden zu finden. Dafür ist bei einem größeren Schaden in jedem Fall die Trocknung notwendig. Tritt der Schaden aufgrund von undichten Fugen auf, müssen diese zusätzlich erneuert werden. Daher ist es als Eigentümer wichtig, die Fugen in regelmäßigen Abständen zu warten.

Welche Schäden sind meist nicht als Leitungswasserschäden versichert?

Beachtet man die zuvor dargestellten Bedingungen für einen Leitungswasserschaden, lassen sich mögliche Schäden erkennen, die dieser Schadenart nicht zugeordnet werden können. Ein Beispiel dafür wurde im Oktober 2021 am Bundesgerichtshof behandelt. In diesem Fall wurde betrachtet, ob der Versicherer für einen Nässeschaden aufgrund einer undichten Fuge zwischen einer Duschwanne und einer angrenzenden Wand einzustehen hat. Da der Nässeschaden durch die undichte Fuge zustande kam, wurde dieser Schaden nicht von der Versicherung übernommen. Nachdem Klage eingereicht wurde, lief das Verfahren über Berufungs- und Revisionsverfahren durch die jeweiligen juristischen Instanzen und wurde schließlich am Bundesgerichtshof endgültig entschieden. Nach Aussage des Bundesgerichtshofs zählt die angrenzende Wand, bzw. die dazugehörigen Fugen, nicht mit zu den mit dem Rohr verbundenen Einrichtungen. Somit musste der Versicherer nicht für den Schaden einstehen. Anhand dieses konkreten Beispiels lässt sich erkennen, dass es für dich von großer Bedeutung ist genau zu wissen, welche Schäden in deiner Wohngebäudeversicherung mit inbegriffen sind.

Wie vermeidest du hohe Kosten durch Wasserschäden?

Wasserschäden verursachen meist große Kosten. Die Schadenhöhen belaufen sich im Regenfall zwischen 5.000 Euro und 30.000 Euro. Gerade die Stromkosten, die beim Einsatz von Entfeuchtungsgeräten anfallen, führen neben den generellen Reparaturkosten zu diesem hohen Preis.

Schäden ganzheitlich vermeiden ist natürlich nicht möglich. Aber als Eigentümer eines Hauses solltest du dennoch Möglichkeiten nutzen, um das Risiko, bzw. die Folgen eines Wasserschadens zu minimieren. Zunächst ist es sinnvoll selbst Fugen, Leitungen oder Dichtungen regelmäßig zu überprüfen, sowie bei Auffälligkeiten einen Experten aufzusuchen.

Damit du dich im Schadenfall trotzdem auf deinen Versicherungsschutz verlassen kannst, ist es zusätzlich ratsam die Wohngebäudeversicherung überprüfen zu lassen, um genau zu wissen welche Schäden mitinbegriffen sind. Je nach Bedarf kann es im Anschluss an einen solchen Versicherungs-Check sinnvoll sein, Anpassungen am aktuellen Versicherungsschutz vorzunehmen. Somit kannst du auch Schäden, die nicht als Leitungswasserschaden klassifiziert werden, mitversichern.

Ein weiterer zu beachtender Kostenpunkt sind zudem die Leckortungskosten. Bei einem nicht versicherten Schaden ist es oftmals der Fall, dass die Übernahme dieser Kosten nicht in den Bedingungen der Versicherer eingeschlossen ist. Demnach ist dies ein weiterer Punkt, der überprüft werden sollte.

Warum werden Wohngebäudeversicherungen teurer?

Ein Aspekt der die Bepreisung von Wohngebäudeversicherungen beeinflusst ist der Baupreisindex. Da sich die Preise für Neubauten konstant erhöhen (heute 15-20% teurer als vor zwei Jahren) werden auch Wohngebäudeversicherungen teurer. Zusätzlich nimmt auch die Anzahl der Schadenfälle Einfluss auf den Preisrahmen der Versicherung. Da sich auch die Menge der Schadenfälle immer weiter häuft, bewirkt dies ebenfalls eine Erhöhung der Beiträge für Gebäudeversicherungen. Der Grund für diese Entwicklung im Bereich der Schadenfälle ist historisch bedingt. Die Zerstörung durch zwei Weltkriege in Deutschland führte zum umfassenden Wiederaufbau vieler Gebäude. Diese Gebäude weisen mittlerweile selbstverständlich ein relativ hohes Alter auf. Gerade das Wasserleitungssystem ist bei älteren Häusern deutlich anfälliger. Daraus resultiert auch der Umstand, dass Leitungswasserschäden einen vergleichsweise großen Teil der Schäden in der Wohngebäudeversicherung ausmachen.

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FinaFair Team

„Versicherungen einfach erklärt“

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